Klaus Voormann

bass'n'Art

19. September - 5. Dezember 2021

Die erste umfassende Retrospektive

Vor genau 80 Jahren begegnete der junge Grafikstudent Klaus Voormann im Kaiserkeller auf der Hamburger Reeperbahn den Beatles. Es sollte der Beginn einer beispiellosen Karriere werden – als Grafiker und als Musiker.

Voormann studierte in Berlin und Hamburg Grafikgestaltung und Design. Schon als Kind hielt er besondere Erlebnisse und Ereignisse mit Stift und Papier fest. Inspiriert von den Plattencovern des Jazz-Labels Blue Note Records fing Voormann bereits im Studium mit ersten Coverentwürfen an. Das erste Plattencover fertigte er 1960 für die Deutsche Grammophon in Hamburg an: Das Singlecover für „Walk Don´t Run“ der Typhoons. Das Label war begeistert und es folgten sogleich weitere Aufträge für den jungen Grafiker.

1966 sitzt Klaus Voormann in seiner Badewanne und bekommt einen Anruf von John Lennon: ob Klaus Voormann nicht das Album Cover für das neues Beatles Album gestalten wolle. Heute zählt das Cover zum Album Revolver zu den Meisterwerken der Cover-Artwork, Klaus Voormann erhielt als erster Deutscher einen Grammy. Danach folgten weit über 100 Aufträge, größtenteils aus den USA und Großbritannien, aus Japan, Kanada, Australien, Deutschland und den europäischen Nachbarländern.

Klaus Voormann, Foto: Astrid Kirchherr
Klaus Voormann, Foto: Astrid Kirchherr

Ergänzend dazu erzählt auch seine Malerei Geschichten und zeigt Voormann als Chronisten, der das Leben um sich herum als Szenen in diffusem Licht festhielt. Die Einflüsse auf seinen Stil sind vielfältig; eine wichtige Rolle spielen Max Liebermann und expressionistische Maler wie George Grosz.

Zum 50. Jubiläum der Ersterscheinung von Revolver gestaltete Klaus Voormann eine Graphic Novel, die nochmal eindrücklich sein zeichnerisches Talent zeigt. In mehr als 152 Zeichnungen erzählt Klaus Voormann die Geschichte der Entstehung des Revolver Cover.

Der Musiker – A Sideman’s Journey

Nicht nur grafisch sollte die Begegnung mit den Beatles wegweisend sein, auch musikalisch veränderten die Besuche in den Clubs der Hamburger Reeperbahn das Leben von Klaus Voormann.

Ende 1961 kaufte Voormann den Bass des Beatles-Bassisten Stuart Sutcliffe. 1964 zog er nach London und gründete mit Gibson Kemp seine erste eigene Band, die von Brian Epstein produziert wurde (Paddy, Klaus & Gibson). Nach Auflösung der Band sprang Voormann zunächst als krankheitsbedingter Ersatz bei den Everly Brothers ein und landete - nach einem kurzen Stopp bei den Hollies - bei Manfred Mann. Klaus Voormann wollte nun nicht mehr Grafiker sein, sondern Musiker – und blieb dabei den Beatles immer verbunden.

Ein Auftrag nach dem nächsten folgte und Klaus Voormann avancierte zum international gefragten Studiomusiker. Er war Gründungsmitglied der Plastic Ono Band und spielte den Bass bei Imagine, All Things Must Pass und dem grammyprämierten Konzert für Bangladesch. Als Studiomusiker spielte er unter anderem zusammen mit B.B. King, Harry Nilsson, John Lennon, Lou Reed, Carly Simon, Peter Frampton, Keith Moon oder Art Garfunkel.

1979 kehrte Klaus Voormann aus L.A. zurück nach Deutschland und begann einen Job als Talentscout in einer großen Plattenfirma. Die Neue Deutsche Welle war kurz vor ihrem Höhepunkt und Voormann entdeckte die junge Band Trio, die ihm den Weg als Produzent öffnete. Voormann arbeitete mit Müller-Westernhagen, Heinz Rudolf Kunze oder Nena zusammen.

2009 erschien Voormanns erstes Soloalbum A Sideman’s Journey, auf dem viele seiner alten Weggefährten mitwirken, wie zum Beispiel Paul McCartney, Ringo Starr oder The Manfreds. Das Boxset zum Album brachte ihm eine weitere Grammy Nominierung ein.

 

Heute lebt Klaus Voormann südlich von München in einem alten Farmhaus und arbeitet vorwiegend als Illustrator für nationale und internationale Medien und Unternehmen. Er und seine Frau Christina sind Umweltaktivisten und langjährige Unterstützer von internationalen Projekten in den Bereichen Biodiversität, Umwelt und Gesundheit.

 

Die Ausstellung

Die Kunsthalle Lüneburg zeigt nun erstmalig eine Ausstellung, die das Schaffen des Gestalters Voormann und des Musikers Voormann präsentiert. Mit Fotografien, Live-Mitschnitten und Grafiken führt die Ausstellung die Besucherinnen multimedial durch das Leben des vielseitig begabten Klaus Voormann. Highlights der Ausstellung sind unter anderem der originale Fender Precision Bass und eine Installation des Künstlers Milen Till.

Klaus Voormann

Bass 'n' Art

19. September - 5. Dezember 2021

 

Der Eintritt ist frei.

 

Mo. - Fr. 10 - 18 Uhr

Sa. & So. 13 - 18 Uhr

 

Kuration: Milen Till, Christina & Klaus Voormann, Kristin Halm

Gesamtleitung: Kristin Halm und Carsten Junge

Visuelle Kommunikation: Maximilian Voormann, Frieder Zimmermann

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Kristin Halm

Technik und Ausstellungsarchitektur: Johann Bruhn, Marcos Haro Fajardo, Enno Wallis, Steffen Heeckt