Vom 01. bis 31. August 2025 präsentiert das ARTRIUM der Kunsthalle Lüneburg eine kuratierte Auswahl der Werke von Hans-Dieter Schwarz mit Motiven seiner Heimatstadt Köthen sowie zahlreiche Porträts, Illustrationen und einige Karikaturen.
Hans-Dieter Schwarz wurde als Sohn eines Zahnarztes am 27. August 1923 in Köthen geboren. Er verlebte eine glückliche Kindheit, erkrankte jedoch mit elf Jahren an Tuberkulose, deren Folgen ihn auch später noch beeinträchtigen sollten. Im Jahr 1940 nahm er sein Studium in Leipzig an der Staatlichen Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe auf, wo er seine Frau Veronika Fritsche kennenlernte und sie 1946 in Prerow heiratete. Nach dem Studium war Schwarz in Berlin, Köthen und Leipzig als Grafiker, Zeichner und freier Porträtzeichner tätig. 1948 kam die erste von drei Töchtern, Gabriele, zur Welt. Nach der Geburt der zweiten Tochter Bettina zog die Familie 1953 nach Köthen, wo Schwarz Mitglied des Verbands Bildender Künstler wurde und ein Atelier im Köthener Schloss bezog. Aufgrund seiner politischen Karikaturen geriet Schwarz in den 1950er-Jahren ins Visier der Behörden und wurde 1955 festgenommen. Die Anklage lautete „Boykotthetze“ und „Verbreitung verleumderischer Bilder“. Ende 1956 wurde er aus gesundheitlichen Gründen und wegen guter Führung aus dem Gefängnis Naumburg entlassen. Nach dieser Zeit fertigte Schwarz unpolitische Illustrationen, unter anderem für Kinderbücher, an. Eine kleine Dachkammer wurde zu seinem neuen Rückzugsort, wo Ende der 1960er-Jahre auch viele Werke der Köthen-Serie entstanden. Im Jahr 1958 wurde seine dritte Tochter Simone geboren. Ab 1975 gestaltete der Künstler Fassaden für die Stadt Köthen, darunter Wandgestaltungen für die städtische Schwimmhalle und verschiedene Glasgestaltungen. Am 25. Januar 1991 verstarb Hans-Dieter Schwarz an Herzversagen in seiner Heimatstadt Köthen.
Die in der Ausstellung gezeigten vielseitigen Arbeiten spiegeln die große Bandbreite seines Schaffens wider und laden ein, sich auf eine Reise durch die unterschiedlichsten Phasen seines künstlerischen Werdegangs zu begeben, von düster anmutenden Bildern, die Ende des Krieges entstanden, über Porträts bedeutender Persönlichkeiten bis hin zu bunten Modegrafiken aus den 70er-Jahren und natürlich den facettenreichen Köthener Stadtansichten. Sind die Auftragsarbeiten, mit denen er seinen Lebensunterhalt bestritt, zumeist am damals geforderten Stil des sozialistischen Realismus angelehnt, zeigt seine private Kunst oft expressionistische Ausdruckskraft, besticht mit Motiven voller Humor, Sinnlichkeit und Emotionen.
Diese Ausstellung entstand im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen Köthen und Lüneburg in Zusammenarbeit mit dem Schloss Köthen und mit freundlicher Unterstützung von Bettina Elze, der Tochter
von Hans-Dieter Schwarz.
Die Ausstellungseröffnung findet am Freitag, den 01. August 2025 um 18 Uhr statt.
in der KulturBäckerei
Dorette-von-Stern-Str. 2
21337 Lüneburg
Tel: +49 (0) 4131 864 32 48
Telefonische Erreichbarkeit: 9-16:30Uhr
Email: kontakt(at)kunsthalle-lueneburg.de
Mo. bis Fr.: 10–18 Uhr
Sa., So. & feiertags: 11–17 Uhr
Der Eintritt in alle Ausstellungen ist frei.